Sparkasse Westmünsterland  

Firewall gegen Niedrigzinsen

von Lennart Faltmann am in Allgemein, Geld

Zum Schutz von Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmen vor den Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase arbeitet die Sparkasse an einer Brandschutzmauer („Firewall“).

 

„Die Aufgabe einer Sparkasse ist es, Gelder als Einlagen hereinzunehmen und wieder als Kredite zu vergeben“, erklärt Vorstandsmitglied Jürgen Büngeler. Trotz des sehr starken Kreditgeschäfts könnten nicht alle Einlagengelder auf diese Weise genutzt werden. Überschüssige Liquidität müsse daher zum großen Teil bei der Europäischen Zentralbank (EZB) angelegt werden. Das Problem dabei ist: Bis Juni 2012 wurde dieses Geld positiv verzinst, danach sank der Zins auf Null. Seit Juni 2014 müssen Kreditinstitute sogar dafür bezahlen, Geld bei der EZB anzulegen. Von damals minus 0,1 Prozent ist dieses Verwahrentgelt auf inzwischen minus 0,4 Prozent gesunken. Die Anlage überschüssiger Liquidität wirft also keine Zinsen ab. Im Gegenteil: Sie kostet der Sparkasse Geld.

 

Deswegen führen immer mehr Kreditinstitute ein sogenanntes Verwahrentgelt ein, indem sie den Negativzins an die Kunden weiterreichen. Das führt dazu, dass insbesondere Institutionen und große Unternehmen – professionelle Anleger also – höhere Beträge bei Kreditinstituten anlegen, die solch ein Entgelt nicht berechnen und damit die Last tragen.

 

Jürgen Büngeler: „Gegen diese Fehlentwicklung stemmen wir uns mit aller Kraft.“ Die Sparkasse wolle die Sparkultur erhalten und vor allem die privaten Sparer vor Negativzinsen schützen.

 

Deswegen richte die Sparkasse derzeit quasi eine „Firewall“ ein.
Hohe Geldbewegungen gebe es in erster Linie bei Unternehmen und Institutionen. „Unser erklärtes Ziel ist es, allen Unternehmen und Institutionen alle Möglichkeiten für deren individuelles und betriebsnotwendiges Liquiditätsmanagement zu bieten, ohne Verwahrentgelte zu berechnen“, erläutert Jürgen Büngeler.

 

Für darüber hinaus gehende Gelder sprechen wir mit ausgewählten Kunden, welche Alternativen der Anlage oder der Verwendung es gibt. Kommen diese nicht zum Tragen, vereinbaren wir individuelle Verwahrentgelte für die überschüssige Liquidität.

 

Wichtig: Privatkunden sind hiervon ausdrücklich ausgenommen! Das gilt auch für die Privatkonten der Unternehmer.

 

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