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Stadtrundgänge mit QR-Codes

Coesfeld. Wer noch eine schöne Beschäftigung an der frischen Luft sucht und Geschichte über QR-Codes kontaktlos erleben will, ist in Coesfeld richtig. Einen Blick in die Stadtgeschichte werfen, das ermöglichen zwei neue Stadtrundgänge. Insgesamt 13 rote Tafeln weisen in der Coesfelder Innenstadt auf historische Orte hin. Sie geben den Vorbeikommenden eine kurze Information zum Standort, für Sehbehinderte auch in Braille-Schrift. Zusätzliche Informationen stehen über QR-Codes auf den Tafeln, dazu gibt es auch Fotos und historische Dokumente. Ob am Marktplatz oder an der ehemaligen Synagoge, am Walkenbrückentor oder im Schlosspark: Wichtige Aspekte der Stadtgeschichte können über die QR-Codes direkt am historischen Ort entdeckt werden. Die Geschichte wird so mitten in der Stadt lebendig. Die Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld hat das Projekt mit 7.000 Euro unterstützt.

 

Digitale Technik vermittelt Wissen

„Wir öffnen so ein Fenster in die Stadtgeschichte“, freut sich Bürgermeister Heinz Öhmann: „Mir ist wichtig, dass hier nicht eine Tafel ohne Informationen steht, sondern mittels digitaler Technik umfassende und vertiefende Informationen für jeden erschlossen werden. Und zwar über das jüdische Leben und besonders relevante Orte der Stadtgeschichte.“

 

Die Tafeln zu den neuen Stadtrundgängen zeigen (vlnr.) Beigeordneter Thomas Backes, Birgitt Tempelmann (Sparkasse Westmünsterland), Stadtarchivar Norbert Damberg, Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme (Sparkasse Westmünsterland), Bürgermeister Heinz Öhmann und Dr. Kristina Sievers-Fleer, Leiterin des Stadtmuseums „Das Tor“

Dieses Foto entstand bereits vor der Corona-Pandemie. Die Tafeln zu den neuen Stadtrundgängen zeigen (vlnr.) Beigeordneter Thomas Backes, Birgitt Tempelmann (Sparkasse Westmünsterland), Stadtarchivar Norbert Damberg, Vorstandsvorsitzender Heinrich-Georg Krumme (Sparkasse Westmünsterland), Bürgermeister Heinz Öhmann und Dr. Kristina Sievers-Fleer, Leiterin des Stadtmuseums „Das Tor“

 

Bisher zwei Stadtrundgänge verfügbar

Zwei Stadtrundgänge stehen bisher zur Verfügung. Dr. Kristina Sievers-Fleer, Leiterin des Stadtmuseums „Das Tor“ dazu: „Wir haben zunächst zwei Hauptthemen ausgewählt, die für die Stadtgeschichte von großer Bedeutung sind. Auswahlkriterien der Stationen waren dabei die Relevanz für die Stadtgeschichte, der Bezug zu einem Ort in der Stadt und vorhandene Quellen.“

„Hier wird Geschichte ganz einfach erlebbar und daher unterstützt die Sparkassenstiftung für den Kreis Coesfeld dieses Projekt sehr gerne“, sagt Heinrich-Georg Krumme, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland.

Sieben Stationen beleuchten die Themen „Handel und Handwerk“, sechs weitere Tafeln weisen auf „Jüdisches Leben“ hin. Die einzelnen Blickpunkte ergänzen und vertiefen die Ausstellung im Museum DAS TOR. Die Stadtrundgänge verbinden die einzelnen Orte und zeigen auch vielfältige thematische Verflechtungen und Zusammenhänge in der Stadtgeschichte. Über die Website des Stadtmuseums können die Blickpunkte und alle weitergehenden Informationen auch bequem von zu Hause entdeckt werden. „Ich finde es spannend auch mehr über das Leben in Coesfeld zu lernen“, so Birgitt Tempelmann, Leiterin des Sparkassen-Beratungscenters in Coesfeld.

 

Geschichte erlebbar machen

Die QR-Code-Rundgänge sind in enger Zusammenarbeit des Stadtmuseums und des Stadtarchivs entstanden. Für die inhaltliche Konzeption waren Dr. Mechtilde Boland-Theißen, Kerstin Zimmermann und Norbert Damberg zuständig. Die Sparkassenstiftung hat mit einer großzügigen Förderung von 7.000 Euro dazu beigetragen, dass die Tafeln mit der Verknüpfung an die digitalen Medien entstehen können. Die Texte in Braille-Schrift und auch die größenverstellbaren Ansichten auf dem Smartphone können auch durch sehbehinderte Menschen selbstständig erschlossen werden.

Informationen zu den Tafeln und die QR-Code-Rundgänge gibt Dr. Kristina Sievers-Fleer Tel.: (02541) 948121 kristina.sievers-fleer@coesfeld.de

 

Informationen zu den Stationen der beiden Rundgänge

Jüdisches Leben:

Die Geschichte der jüdischen Coesfelder soll sich in der städtischen Erinnerungskultur auf unterschiedliche Aspekte beziehen. Bestehende Gedenkorte treten deutlicher hervor. Die jüdischen Coesfelder sollen aber nicht nur als Opfer abgebildet werden, sondern sie waren auch selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Schilder wie z.B. das „Wirtschaftsleben“ und „ehemalige Synagoge“ verdeutlichen dies.

„Handel und Handwerk“

Die mittelalterliche Entwicklung der Stadt Coesfeld ist vor allem durch den florierenden Handel geprägt. Handelsorte und Handelswaren werden in das Stadtbild durch die „Blickpunkte“ zurückgeholt. Spezialisierte Handwerker – organisiert in Gilden – produzierten Waren, die in den Handel gegeben wurden.