Schiedsrichter des Jahres begeistert Sparkassen-Beirat mit Vortrag „Entscheiden unter Druck“
Viele Entscheidungen, große Verantwortung und wenig Zeit: Für viele Menschen in Politik und Wirtschaft ist das Alltag – ebenso auf dem Fußballplatz. Über seine Strategien, unter Druck zu entscheiden, sprach der mehrfache Schiedsrichter des Jahres Deniz Aytekin vor dem Beirat der Sparkasse Westmünsterland – und sorgte dabei für eine Atmosphäre, die zeitweise an ein echtes Stadionerlebnis erinnerte.
In einer Zeit, in der Politik und Wirtschaft täglich mit komplexen Entscheidungen unter hohem Zeitdruck konfrontiert sind, bot Aytekin fesselnde Einblicke in die Welt des Profifußballs. Mit Originalaufnahmen aus dem Spielbetrieb – echten Spielszenen und Schiedsrichter-Funk – machte er seine Entscheidungsstrategien unmittelbar erlebbar und nahm das Publikum praktisch mit auf den Platz.
Entscheidend seien Vorbereitung per Videoanalyse, Antizipation („Wo ist mein nächstes Problem?“) und ein eingespieltes Team, das in psychologischer Sicherheit arbeiten könne, so Aytekin. Wie ein gut funktionierendes Vereinsgefüge brauche auch jede Organisation klare Rollen und gegenseitiges Vertrauen. Er verdeutlichte, wie er auf dem Spielfeld Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Beteiligten zeigt – auch in hitzigen Diskussionen nach einer strittigen Entscheidung. Aufgebrachte Spieler sehe er nicht negativ, sondern als „Ratsuchende“. Mit einer kurzen Erklärung würde nahezu jede seiner Pfiffe von Spielern und Trainern akzeptiert.
Eine besondere Herausforderung sei die Informationsflut in Echtzeit: Aytekin spielte die Originaltöne seiner Schiedsrichterassistenten ein, mit denen er im Spiel zeitgleich kommuniziert – mehrere Stimmen, mehrere Perspektiven, Sekunden zum Entscheiden. Die Faustregel zur Entscheidung „Elfmeter: ja oder nein“ lautet dabei: „Ändert sich die Richtung des Balls oder nicht?“ – eine Reduktion auf das Wesentliche, die auch im Geschäftsleben häufig Gold wert ist.
Der Transferwert seiner Erkenntnisse ist hoch: Vor Sachentscheidungen sollten zwischenmenschliche Probleme geklärt werden – ein Grundsatz, der auf und neben dem Platz gleichermaßen gilt.
„Die Region und die Sparkasse spielen in der Champions League“, hatte Vorstandsvorsitzender Norbert Hypki bereits in seiner Begrüßung die Messlatte gesetzt und über die jüngsten Entwicklungen des Hauses berichtet: zum Beispiel den datensicheren Einsatz von Künstlicher Intelligenz, der echte Menschen unterstützt, sowie die Handwerks- und Landwirtschaftsfördervereine als „Nachwuchsleistungszentren“ der Region. Die Finanzierung von Windkraft-Projekten sei aktuell der Stoßstürmer, der „Messi“ der Sparkasse. „Mit über 300.000 Kundinnen und Kunden haben wir aber vor allem eine breite Fanbasis“, sagte Norbert Hypki. Und: Die Aufstellung der Mannschaft für einen Konter im Wertpapiergeschäft nach der Fußball-WM laufe wie geplant.
Mit dem Zitat der Fußballlegende Adi Preißler – „Entscheidend is‘ auf’m Platz“ – brachte Hypki den Abend treffend auf den Punkt. Und Aytekin hatte eindrucksvoll bewiesen: Wer unter den Augen von 80.000 Zuschauern in Sekundenbruchteilen entscheiden muss, hat für Führungskräfte in Wirtschaft und Politik einiges zu bieten.
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Über den Sparkassen‑Beirat
Im Sparkassen-Beirat sind die Bürgermeister:innen, Vertreter:innen der Räte, Abgeordneten der Region im Bundes- und Landtag sowie Vertreter:innen der Wirtschaft, des Handwerks, der Landwirtschaft und der Wohlfahrtsverbände aus dem Westmünsterland vertreten.



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